Die dritte Feder – 5 Tipps für andere Autoren

Hallo, da vor dem Bildschirm.

Meine dritte Feder beschäftigt sich mit einem Projekt, das Anja Bagus ins Leben gerufen hat. Autoren schreiben für Autoren jeweils 5 Tipps zusammen, die sie aus eigenen Schreibprojekten sammeln konnten. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön, dass ich schon an vielen dieser Erkenntnisse teilhaben durfte. Von meiner Seite nun auch 5 Ratschläge, die ich bei einigen Berg- und Talfahrten beim Schreiben sammeln konnte.

  1. „Drück auf’s Gas“: Im Zeitalter des Films und anderer audiovisueller High-Speed-Medien, brauchen unsere Geschichten Action. Neben anderen Beschleunigungstechniken kurbeln Dialoge die Story unheimlich an. Außerdem können ausufernde Beschreibungen, in denen die Erzählerstimme zu laut wird, mithilfe beherzter Schnitttechnik weggekürzt werden.
  2. „Charakter perfekt“: Sympathie für die Hauptfigur ist wichtig. Wir wollen keinen Held ohne Ecken und Kanten, aber unangenehmen Menschen schenkt man kein Mitgefühl. Der Leser soll unseren Figuren richtig nahekommen, deshalb schadet zum Beispiel eine Prise Humor nicht, selbst wenn wir einen eigentlich äußerst ernsten Protagonisten entworfen haben.
  3. „Was zum Anfassen“. Bilder im Kopf sind das A und O. Wenn diese nicht beim ersten Schreiben kommen, die Szene ruhen lassen und zu späterem Zeitpunkt die Sinne des Lesers nachbedienen.
  4. „Der Wille der Geschichte geschehe“. Die Story spricht. Schreibe, was geschrieben werden muss. Das ist vielleicht nicht immer einfach, aber authentische Figuren und ein guter Plot erfordern eben Mut. Trotzdem sollte man nicht alles der Stimme der Geschichte überlassen: Jedes Gebäude braucht ein sicheres Fundament und dieses besteht meines Erachtens aus Planung, Mindmaps, Szenenprotokollen und Charakterlisten.
  5. „Survival of the fittest“. Schwache Szenen gehören gestrichen. Das Motto lautet: Gesundstoßen. Wenn die längeren Schwachstellen getilgt sind, fahre mit der Entschlackungskur auf Satzebene fort und gehe dann auf die Wortebene über. Suche zum Beispiel nach Füllwörtern wie „sehr“ und „eigentlich“. Arbeite dich mithilfe der Wortsuchfunktion durch deinen gesamten Text und mach deine Sätze prägnanter. Jedes Wort muss eine Funktion haben – sonst raus damit.

Und ein Lesetipp zum Schluss: Ich habe ein paar Schreibratgeber gelesen, die recht hilfreich waren, wenn sie nicht gerade eine Schreibblockade ausgelöst haben. Aber Sol Steins „Über das Schreiben“ war ein echtes Aha-Erlebnis. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen. Es bringt die wichtigsten Kniffe des Schreibhandwerks unumwunden auf den Punkt.

Ich bin gespannt, was dieses Projekt noch an tollen Ratschlägen zutage fördern wird. Ich freu mich jedenfalls drauf!

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