Die sechzehnte Feder – Vorhang auf für die Amazonen

Der Amazonen-Prolog

Heute lüfte ich den Vorhang vor meinem Amazonenbuch wieder ein Stück, und zum Vorschein kommt …Ella:

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Guckguck!

Nein, Quatsch beiseite. Nachdem ich schon den Klappentext eingestellt habe, möchte ich nun den Prolog meiner neusten Urban Fantasy Geschichte mit euch teilen. Ich habe die Korrekturen abgeschlossen und werde den Prolog so ins Lektorat geben. Was sagt ihr, wird meine Lektorin Stehhaare kriegen?

 

Der Beginn meines Amazonenbuchs:

“Prolog

15. Januar 2020 in Nordschall, NRW, Deutschland.

19:36 Uhr in der Nähe des Anwesens der Superba Dynastie.

Fabel Sonnenstein spürte die Kälte auf ihrer Haut, aber sie fror nicht. Ihr vor Kraft strotzender Körper schützte sie vor den eisigen Januarwinden, die schon seit Tagen durch das Ruhrgebiet fegten. Sie eilte über den grauen Asphalt der Straßen von Nordschall, war getrieben und wusste doch nicht, wohin sie wollte.
Bleib stehen!, befahl die Stimme, die erst seit wenigen Monaten in ihrem Kopf wohnte.
„Nein“, antwortete Fabel und lief weiter durch die vom kalten Licht der Laternen durchbrochene Dunkelheit der Großstadt. In der Ferne hörte sie die Schnellstraße, vielleicht war eines der Autos mit genug Tempo unterwegs, um sie dieses Mal zu töten.
Geh zurück. Alleine ist es für uns zu gefährlich hier draußen.
Die Stimme klang besorgt, doch das konnte Fabel nicht aufhalten. Sie würde unter keinen Umständen zurückgehen in dieses Haus, in dem sie täglich die bittere Wahrheit schlucken musste, dass sie zu einer Furie gemacht worden war.
Du bringst dich in Gefahr! Kehr um!
Fabel schüttelte den Kopf. Dabei wallten ihre üppigen Locken auf und verliehen ihrem Schatten eine unheimliche Silhouette. Sie hatte schon vor ihrer Wandlung schönes Haar besessen, aber nun fielen ihr die blonden Spiralen in tosenden Wellen über Schultern und Rücken.
Plötzlich ertönten Schritte hinter ihr. Fabel fuhr herum und sah in das zornige Gesicht ihrer Erschafferin.
„Was tust du hier draußen?“
An Superbas Seite tauchten zwei weitere Amazonen auf, die ähnlich wütend aussahen. Fabel musterte diese hübschen Racheengel für einen Moment und schätzte ab, wie viel Spielraum sie noch hatte, bis das Fass überlaufen würde.
„Ich will wissen, was du hier draußen alleine machst?“ Superba Geduldsfaden war kurz davor zu reißen. Fabel erkannt dies an der hervortretenden Ader auf der Stirn ihrer Hani.
Sie entschied, nicht zu antworten, denn Superba war gerade nicht in der richtigen Verfassung, um ihr zu gestehen, dass Fabel nicht mehr bei ihr leben wollte.
Sie wollte sich umdrehen und weiter laufen, doch plötzlich legte sich eine Hand wie eine Schraubzwinge um ihren Arm und hielt sie zurück.
„Wende mir nicht den Rücken zu, Ya Bit“, flüsterte Superba. Ihre Erschafferin klang gefasst, aber die Amazone in Fabel hatte ein feineres Gespür für Superbas Wut und erzitterte unwillkürlich.
Für eine Weile blieben sie alle wie Skulpturen aus Eis in der Winterkälte stehen.
„Ich kann nicht mehr.“ Fabels Atem tanzte seltsam fröhlich durch die eisige Luft.
Ihre Hani blinzelte, Anstrengung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Doch anstatt etwas zu entgegnen, zog sie ihre Tochter an sich. Fabel konnte nicht widerstehen und sank in die Umarmung hinein. Die ältere Amazone strahlte Wärme aus und die Berührung linderte den Schmerz in Fabels Herzen. Sie schlang die Arme um Superbas Taille, legte das Gesicht an ihren weichen Hals, drückte ihre Nase gegen die Haut ihrer mächtigen Hani, atmete ihren betörenden Duft ein und fühlte sich plötzlich befreit.
„So ist es gut“, murmelte Superba, legte ihre Hand unter Fabels Kinn, hob es an und küsste sie auf den Mund.
Fabels Gedanken kamen zum Stillstand, endlich ließ das Ziehen in ihrer Brust nach. Stattdessen machte sich animalische Erregung in ihrem Amazonenkörper breit. Superbas Lippen und Zunge betäubten ihren Selbsthass und schickten kribbelnde Stöße durch sie hindurch. Ihre Beine wurden zittrig vor Lust. In diesem Augenblick verstand Fabel vollends, dass sie kein Mensch mehr war. Sie war nun mit jeder Faser ihres Seins eine Amazone.
„Hani.“ In diesem Wort lag alle Verzweiflung, aller Hass und alle Liebe, die Fabel in diesem Moment empfand. Die Anrede ihrer Erschafferin fiel zwischen ihnen zu Boden wie Laub im Herbst.
„Komm mit nach Hause, Ya Bit“, befahl Superba und nahm sie unter ihren Mantel.
Fabel ließ sich fortbringen. Sie hatte keinen anderen Ort in Nordschall, wo sie hingehen konnte. In der ganzen, riesigen Stadt gab es nur ein Zuhause für eine Kreatur wie sie. Fabels Heim war nun das alte Theater, dessen Fassade langsam zerfiel wie der Rest des Bezirks. Sie grub ihre Finger in den feinen Spitzenstoff, aus dem Superbas Kleid gemacht war. Darunter fühlte sie die schwingende Hüfte ihrer Hani, deren Füße in Highheels sie unaufhaltsam heimwärts steuerten.”

Meine Spannung steigt, wie findet ihr es?

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