47. Feder – Macho-Leserunde: Ein Erfahrungsbericht

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Mein Liebesroman, “Ein Macho als Muse”, ist jetzt offiziell raus aus den Kinderschuhen. Er hat seine ersten Blessuren bekommen, seine ersten Küsse, seine große Prüfung bestanden – mit 4 von 5 Sternen.

Für eine Leserin war der erste Teil meiner “Pfälzischen Liebe”-Reihe ein Totalausfall. Für 3 Leserinnen hatte er volle-Punktzahl-Potential und 5 Lovelybookerinnen gaben solide 4 Sterne. Eine E-Book-Gewinnerin, hat sich gar nicht mehr gemeldet, sodass ich jetzt mal nachgefragt habe, ob bei ihr alles in Ordnung ist.

Die Rezensionen reichten von kurz und knackig, bis ausführlich und bis ins Detail durchdacht. Eine Rezension half mir sehr (!), eine Rezension ließ mich leider nur mit Fragezeichen zurück.

Mein Fazit: Lohnt sich lovelybooks oder ist es nur ein Bücherverschenken 2.0?

Zunächst einmal: Mir hat die Leserunde viel Spaß bereitet. Ich spreche gerne mit anderen Bücherwürmern, und besonders gerne natürlich über Zeilen, die aus meinen Federchen stammen. Daher schon mal ein Pluspunkt. Was mir nicht so gut gelungen ist: Alle Leserinnen hatten ein extrem unterschiedliches Tempo, sodass kein Dialog zwischen den Teilnehmerinnen entstanden ist, sondern nur zwischen den Leserinnen und mir. Teilweise nahmen sie Bezug aufeinander, aber das eher selten. Das würde ich versuchen mit einem Zeitplan bei der nächsten Leserunde zu ändern. Toll war, dass man unheimlich schnell ein Stimmungsbild bekommt. Das half mir sehr, um die Wirkung meiner Geschichte und der Figuren im Speziellen besser nachvollziehen zu können, und für nächste Romane ist dieses Feedback schon tief in mich hinein gesickert. Was mich an lovelybooks stört, ist die doch sehr indirekte Kommunikation, alles geht einen langsamen Gang und die Reaktionszeiten sind bei allen einfach recht hoch, wenn man Facebook-Chats gewöhnt ist, die immer und überall bei jedem aufplöppen und zur Antwort einladen. Aber vielleicht ist das etwas, was man auch mal wieder zu schätzen wissen sollte. Wer weiß.

Schön finde ich immer, wenn Begegnungen auch länger in die Zukunft strahlen. Ich habe mit einigen Leserinnen auch über andere Social Media Kanäle nun Kontakt gefunden, aber auch das wird von lovelybooks nicht gerade begünstigt. Aber: Wer suchet, der findet.

Insgesamt gebe auch ich dieser Leserunde 4 von 5 Sternen – ach, auch mal schön etwas zu bewerten 😀

 

Auch wenn’s schwer ist, nehmt’s federleicht.

❤ Lara

Die zweiundzwanzigste Feder – Höllenritter auf dem Vormarsch

Die zweiundzwanzigste Feder - Höllenritter auf dem Vormarsch

Meine Amazonen lassen es sich im Lektorat gut gehen und ich habe mir neue Beschäftigung gesucht. Ergebnis ist, das ich meine “Höllenritter”-Reihe durcharbeite, um sie auf eine Veröffentlichung vorzubereiten.
Der erste Teil heißt “Loveens Licht” und handelt von Liora, die anders ist als ihre Mitmenschen – sie hört Blut in Adern rauschen und findet den Duft von Menschen appetitanregend … Willkommen in der Welt meiner Höllenritter 🙂

Die zwanzigste Feder – Die Amazonen nehmen Reißaus

Die zwanzigste Feder - Die Amazonen nehmen Reißaus

Heute ist es soweit!

Ich habe an meinem Amazonenbuch alle Korrekturen vorgenommen und schicke “Assassinas Herz” nun meiner Lektorin zu.

Die Geschichte wird also langsam flügge und ich sammle schnell alle zurückbleibenden Federn ein und zeige sie euch: Ein Ausschnitt aus dem ersten Kapitel. Ich hoffe, ihr habt Spaß dabei, in Emilias Abenteuer einzutauchen.

Ausschnitt aus dem ersten Kapitel von “Vayas Töchter – Assassinas Herz”:

“1 Emilia
6. Juni 2020 in Essen, NRW, Deutschland.
20:58 Uhr im Keller des Herrenhauses der Belladrams.

Emilia Belladram stand in der Tierkammer ihres unterirdischen Labors und beobachtete, wie ihre Vogelspinne zuckend auf dem Rücken lag. Seitdem das Tier nichts mehr gefressen hatte und träge geworden war, hatte die Toxikologin stündlich mit der Häutung der Spinne gerechnet.
Nun war sie in vollem Gange. Es war das achte Mal, dass ihr Versuchstier seine Hülle abwarf, und sie hoffte, dass ihr Warten auf die Reife endlich ein Ende haben würde. Emilia verhielt sich ganz still und schaute der Spinne nur über eine Kamera bei der Anstrengung zu.
„Lass dir Zeit“, murmelte sie. „Keine Hast.“
Häutungen waren ein aufreibendes Unterfangen und ihre Spinne war von großem Wert. Es war das letzte lebende Exemplar einer ganzen Versuchsreihe.
Der Chitinpanzer war nun schon über die Länge des Rückens aufgebrochen und pulsierend schälte das neu gezüchtete Tier sich aus der alten Hülle heraus. Es war beinahe geschafft. Emilia hielt die Spannung nicht mehr aus und hastete zum Terrarium hinüber. In einem letzten Aufbegehren löste sich die Spinne aus der abgestorbenen Schicht. Der Achtbeiner lag erschöpft vom Kampf gegen die eigene Haut da und präsentierte sich den Augen der Wissenschaftlerin in seiner ganzen Pracht.
„Oh, mein Gott“, wisperte sie, „du bist wunderschön.“
Die Toxikologin hatte die Keimzelle des Achtbeiners um die DNA anderer giftiger Lebewesen ergänzt und so ein Hyper-Tox-Wesen erschaffen, das sie auf den Namen Avicularia Tetraodontidae Viperidae Dendrobatinae Meloidae taufte.
Sie lächelte stolz. „Und kurz Avicularia Emilia.“
Bald würde sie ihre Spinne melken und sehen, ob ihr Gift die erhoffte Wirksamkeit hatte.
„Das Gift der Gifte“, flüsterte sie. In den Tiefen ihres Forschergeistes machte sich erwartungsvolle Aufregung breit.

„26. August 2020, 19:43 Uhr“, sprach Emilia in das Aufnahmegerät.
Sie hatte alles für den anstehenden Versuch vorbereitet, setzte sich nun in den Laborsessel und fuhr mit dem Experimentprotokoll fort: „Autologe Challenge 214/3. Dreizehnter Tag mit dem Gift der Avicularia Emilia. Immer noch gleiche Dosis, siehe Versuchsprotokoll 209/3. Seit einer Minute und 46 Sekunden ist das Präparat im Organismus.“
Sie schloss die Augen und begrüßte das Gift in ihrem Körper mit einem Lächeln. Mit jedem Herzschlag verteilte es sich mehr und mehr in ihrem Blutkreislauf. Das vielfach kombinierte Spinnentoxin jagte durch ihre Nervenästchen und begann mit dem ersten Reiz.
„Meine Lippen werden träge“, protokollierte sie.
Emilias Puls beschleunigte sich, hin und wieder war er unregelmäßig.
„Herzrhythmus beeinträchtigt.“ Ihre Zunge war schwer.
Sie lehnte sich in ihrem Laborstuhl zurück und wartete, während das Gift ihre Gefäßwände von innen wie mit spitzen Nägeln bearbeitete. Ihre Haut juckte und sie musste sich zusammennehmen, nicht zu kratzen.
Als die Reaktion auf das Gift den Höhepunkt erreichte, protokollierte sie: „Final Peak nach drei Minuten fünfzehn.“
Dann war es, als lösten sich die Synapsen in ihrem Gehirn für einen Moment von ihren Gegenspielern. Emilia seufzte. Die Welt um sie herum verlor an Farbe und Kontur. Es folgte der Augenblick, in dem sie ihren Körper für einige Sekunden verließ.
So muss sich der Tod anfühlen, dachte sie. Leise, einfach umgeben vom Nichts.
Der stille Rausch des Sterbens hielt Emilia gefangen und sie verlor das Zeitgefühl.
Einige Minuten später kam der Moment der Rückkehr. Ihr Körper ächzte unter der Anstrengung, das Gift in ihren Zellen zu neutralisieren. Doch auch wenn es sie viel Kraft kostete, ihr Organismus war schlauer geworden. Sie spielte nun zum dreizehnten Mal gegen das Elixier ihrer Avicularia Emilia und bald würde ihr Körper größere Mengen davon verkraften.
„Ich kann meine Hände wieder bewegen.“
Emilia blieb noch ruhig sitzen, um wieder zu Kräften zu kommen, während ihre Gedanken zu Dimon glitten. Sie stellte sich unwillkürlich vor, wie ihr Mann reagieren würde, wenn er herausfände, welcher Gefahr sie sich aussetzte, um ihre Gifte zu studieren.
‚Er würde mich eigenhändig erwürgen‘, dachte sie und erschauerte, weil sie sich dessen so sicher war.
„Meine Lippen sind nicht mehr taub“, gab sie zu Protokoll, richtete sich in ihrem Sessel auf und reckte sich. „Motorik normal.“ Sie erhob sich. „Schwindel.“
Als sie ihren Gleichgewichtssinn wieder im Griff hatte, warf sie einen Blick auf die Uhr, die über dem Regal mit ihren Reagenzien hing, und diktierte: „Zwei Stunden, 36 Minuten und 48 Sekunden bis Ausgangszustand.“
Emilia ging zur Transfusionsecke hinüber und ließ sich in den Stuhl sinken. Ihr Herz raste.
„Beiß die Zähne zusammen“, murmelte sie sich zu. „Du wirst nicht ohnmächtig.“
Sie zwang sich zu einer regelmäßigen, tiefen Atmung. Als ihr Blick sich wieder klärte, bereitete sie eine Kanüle vor. Alle paar Tage nahm sie sich Blut ab, um zu überprüfen, ob die Spiele mit dem Gift schon ihren Tribut forderten. Gerade als sie die Schutzhülle von der Nadel entfernt hatte, setzte ihr Herz aus.
Ein Moment der Stille folgte.
Ich sterbe, erkannte Emilia.
Aber sie empfand keine Angst, beobachtete sich nur still. Alles in ihrem Leben hatte sie mit den Augen einer Wissenschaftlerin betrachtet. Mit der gleichen Nüchternheit verfolgte sie nun ihr Herz beim Versagen.
Emilias Augen huschten zu der digitalen Uhr auf ihrem Schreibtisch. Sie zählte die Sekunden. Dann wurde ihr schummerig. Ihr Bewusstsein trat zurück. Sie lachte über die Ironie des Schicksals. ‚Ich habe mir meinen eigenen Todescocktail gebraut.‘
Doch kurz bevor sie ohnmächtig wurde, durchfuhr ein schmerzhafter Pulsschlag ihre Brust. Ihr Körper sog gierig das Leben in sich zurück. Emilia schnappte nach Luft.
„Herzstillstand für neun Sekunden“, vermerkte sie.
Emilia versuchte sich von diesem kurzen Schwächeanfall ihres Herzens nicht beeindrucken zu lassen und nach einer kurzen Erholung machte sie sich wieder an die Blutabnahme. Sie legte das Tourniquet um den Oberarm an, um das Blut in ihren Venen zu stauen. Ihre Hand zitterte, als sie die Nadel auf ihren Arm zubewegte.
Eine Minute später stellte sie das Röhrchen in den kleinen Kühlinkubator und machte bei Blutabnahme einen Haken auf dem allgemeinen Prüfblatt. Vom leisen Summen des Kühlgerätes begleitet, ging Emilia zu ihrem Schreibtisch.
Ich bin selten so angestrengt, dachte sie und gestand sich ein, dass sie die letzten vier Morgen an Übelkeit und Erbrechen gelitten hatte. Vielleicht ist dieses Hyper-Tox zu stark für mich.
Kaum gefasst, verdrängte sie die Gedanken an ihre Symptome wieder, ersetzte Skepsis durch Zuversicht und sagte still ihr Mantra auf: Mir wird die Immunisierung gegen meine Avicularia gelingen. Mir wird die Immunisierung gegen meine Avicularia gelingen …
Emilia ließ sich in den Bürostuhl fallen, nahm sich ein Malzbier aus dem Minikühlschrank neben ihrem Schreibtisch, dehnte ihre Nackenmuskulatur und rieb sich die Lider. Sie freute sich schon aufs Bett. Gerade als sie sich erhoben hatte, klingelte das Labortelefon.
„Hallo?“, hustete sie verhalten in den Hörer.
„Ich bin es.“ Dimons Stimme fuhr ihr durch Mark und Bein.
„Wo bist du?“, rief sie aus.
„Oben.“
Emilia erstarrte.
„Kommst du hoch?“, fragte er.
Sie nickte. Dann legte sie auf. Emilia schlug sich die Hand vor den Mund. Ein Schaudern überkam sie, gab den Giftrückständen in ihren Zellen noch einmal die Chance, ihre Wirkung erneut zu entfalten und ließ sie zittern wie Espenlaub.
Wieso ist er heute schon gekommen? Eine Katastrophe!
Emilia sprang auf und taumelte fast gegen ein Regal. Das Gift hatte die Macht über ihre Beine noch nicht aufgegeben.
„Was für ein Desaster!“, zischte sie und fragte sich, wie sie ihren Zustand glaubhaft erklären könnte.
Emilia hastete zum Spülbecken, stellte das kalte Wasser an und warf sich davon eine Handvoll ins Gesicht. Dann wappnete sie sich, um in den Spiegel zu gucken. Der Anblick übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen. Sie löste das Zopfband aus ihrem Haar und kämmte sich einige Strähnen ins Gesicht.
„Vom Regen in die Traufe“, knurrte sie, denn nun betonte das Schwarz ihres Schopfes nur noch mehr ihre Blässe.
Sie kniff sich in die Wangen, um etwas Farbe auf ihre Haut zu bringen. Das Telefon schellte erneut, sie ignorierte es. Ihre schwarzbraune Iris war von einem feuerroten Augapfel umgeben. Ihre Pupillen weit geöffnet. Sie musste eingestehen, sie sah gerade wie ein Junkie aus. Sie verfluchte sich still mit abenteuerlichen Verwünschungen, denn es gab eine Sache auf der Welt, die ihr wichtiger war als das Gift. Und das war Dimon. Zwei inkompatible Leidenschaften, da ihr Mann niemals ihre Selbstversuche gutheißen würde.
Und jetzt? Panik flatterte in ihr auf.
Da fieberte sie geschlagene fünf Wochen auf seine Rückkehr hin und jetzt wünschte sie sich nichts mehr, als dass er verschwand. Wenn Emilia ein Mensch gewesen wäre, der weinte, wäre dies der passende Moment gewesen, um ein paar Tränen der Verzweiflung zu vergießen. Aber sie weinte nicht. Niemals.
„Komm schon!“, feuerte sie sich selbst an. Sie musste jetzt handeln.
Sie lief zum Aufnahmegerät hinüber und löste daraus die Kassette mit den letzten dreizehn Sprachprotokollen. Sie verstaute sie in einem ihrer Tresore, die, gut versteckt, einige ihre geheimen Forschungsaufzeichnungen unter Verschluss hielten.
Ein letzter Blick in den Spiegel, der ihr jegliche Hoffnung nahm, dass Dimon nichts bemerken würde, dann legte sie ihren weißen Kittel ab. Sie war es so gewöhnt, die Arbeitskleidung zu tragen, dass sie sich in ihren schwarzen Jeans und dem enganliegenden, dunkelgrauen Longsleeve nackt fühlte.
„Auf geht’s“, sprach Emilia sich aber Mut zu, öffnete die schwere Brandschutztür, trat aus ihrem Labor hinaus und in ein anderes Leben hinein.
Nachdem sie die elektronischen Schlösser verriegelt hatte, tappte sie die ersten Stufen hinauf. Ihre Füße waren Bleiklumpen, ihre Beine brannten und ihr Herz raste wild. Sie musste einen Augenblick innehalten, bis sie die nächste Stufe meistern konnte.
Plötzlich hörte sie jemanden eilig die Treppe herunterkommen. Ein unbehagliches Gefühl überkam sie, als die Schritte immer lauter wurden. Als sie die Gestalt des Mannes, der ihr entgegenkam, auf den zweiten Blick erkannte, ließ sie vor Erleichterung die angehaltene Luft aus den Lungen entweichen.
„Herrin, kann ich Ihnen helfen?“ Wadim reichte ihr die Hand.
Emilia ergriff diese und sank dankbar an die Brust des Hauswartes. „Wenn du mir die Treppen hinauf helfen würdest? Ich habe mir den Magen verdorben.“
„Ich trage Sie“, sagte er und hob sie kurzerhand hoch.
Mühelos brachte er Raum zwischen Emilia und ihre verbotenen Giftstudien. Sie wusste, dass er viel Sport trieb, während sie im Keller forschte. Dennoch war sie überrascht von der Leichtigkeit, mit der er sie trug.
Vor der Kellertür stellte Wadim sie auf ihre wackeligen Beine. „Sie müssen außer sich sein vor Freude“, flüsterte er, als er die Tür aufdrückte.
„Oh, Wadim, ich bin außer mir“, gab sie tapfer lächelnd zurück und klopfte ihm auf die Schulter.
„Der Herr ist bereits aufs Zimmer gegangen, um sich frisch zu machen“, rief er ihr hinterher.
Sie nickte.
Als sie einige Augenblicke später die Klinke zur ihren gemeinsamen Räumlichkeiten hinunter drückte, leckte sie sich noch einmal über die spröden Lippen. Sie schmeckte Blut, als sie eintrat.
„Dimon?“
Im Wohnzimmer fand sie ihn nicht. Sie schlich zum Schlafraum, aber dort stand lediglich sein geöffneter Koffer. Die Tür zum Ankleidezimmer stand ein Stück auf. Sie ging hinüber, spähte mit verschleiertem Blick hinein, erkannte aber nur schemenhaft das Inventar.
Die Badegemächer lagen hinter der Ankleideabteilung, die Tür war nur angelehnt. Sie ging hinüber und nahm dann erst das Plätschern der Dusche wahr.
„Das kann ja was werden“, murmelte sie, atmete einmal tief durch und trat ein.
Dimon stand von ihr abgekehrt, den Kopf leicht gesenkt, sich mit einer Hand an der gefliesten Wand abstützend, die andere im Nacken. Das Wasser schoss auf ihn herab, traf seinen muskulösen Rücken, lief über seinen wohlgeformten Hintern und floss an seinen kräftigen Schenkeln herab.
Wunderschön, durchfuhr es Emilia. Eine männliche Skulptur aus Bronze gegossen, das war er für sie mit seinem definierten Körper und den markanten Gesichtszügen.
„Kopfschmerzen?“, fragte sie leise.
Er drehte den Kopf ein wenig in ihre Richtung, sah sie aber nicht an. Er lächelte. Sein blondes Haar war ihm in die Stirn gespült worden. Sie ging auf die türlose Dusche zu, war aber zu beeindruckt, um Dimons nassen, glänzenden Leib sofort zu berühren. Zu lange hatte sie diese Wonne ersehnt, jetzt erstarrte sie in Ehrfurcht.
„Ja. Ich hab mir den Nacken verspannt“, antwortete Dimon, von seinen Lippen perlte das Wasser. „Massier’ mich, Emilia.“
Der leidenschaftverheißende Befehl löste sie aus ihrer Starre und Emilia führte ihre Hände zu seinem Nacken, drückte die Daumen auf die Muskulatur, strich sie aus, massierte den Übergang von Hals zu Kopf. Dann fuhren ihre Hände wie von selbst über seine glatten Schultern. Er hatte kein breites Kreuz, aber seine Arme waren außergewöhnlich stark. Emilia senkte ihre Lippen auf die muskulösen Stränge, die zu seinen Händen hinab verliefen. Wassertropfen befeuchteten ihr Gesicht. Ihre Kleidung sog sich voll und wurde schwer. Eine Hand legte sich um ihren Rücken, er zog sie nahe an sich heran und ihre Finger bewegten sich zu seiner Brust.
„Willst du dich nicht besser ausziehen?“ Dimons Stimme zog eine Melodie durch den Raum und traf ihr betäubtes Gehör.
Als sie eine Bewegung in seinem Leib fühlte, schloss Emilia fieberhaft ihre giftgeröteten Augen. Er drehte sich zu ihr herum. Sie schmiegte sich an ihn.
„Du zitterst“, stellte Dimon fest.
„Mir ist kalt.“
Mit der einen Hand stellte er das Wasser heißer und mit der anderen schob er ihr Shirt hoch. „Du musst aus den Sachen raus!“, beschloss er und führte den Befehl selbst aus.
Während die starken Hände ihres Mannes sie aus Hose und Shirt schälten, kam die Klarheit in ihren Kopf zurück. Die unumstößliche Liebe, die sie für Dimon empfand, verlieh ihr ungeahnte Kräfte gegen das Gift ihrer Hyper-Tox-Spinne und bald waren all ihre Sinne hellwach. Als Dimon sich nach einem tiefen Kuss von ihr löste und sie gegen die Fliesen drückte, durchfuhr das erhebende Gefühl des Triumphes ihren Körper. Selbst das tückische Gift der Avicularia war nun besiegt.
Dimon hob sie hoch. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und küsste das Wasser von seiner Wange. Sie gab sich der Kraft ihres Geliebten hin, während er mit einem genießerischen Stöhnen in ihr versank.”

Jetzt wird das Buch noch schön eingepackt und dann geht’s hinaus ins Lektorat. Ich hoffe, die Amazonen kommen ungeschoren davon und können in Ruhe das Fliegen lernen ❤

Die sechzehnte Feder – Vorhang auf für die Amazonen

Der Amazonen-Prolog

Heute lüfte ich den Vorhang vor meinem Amazonenbuch wieder ein Stück, und zum Vorschein kommt …Ella:

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Guckguck!

Nein, Quatsch beiseite. Nachdem ich schon den Klappentext eingestellt habe, möchte ich nun den Prolog meiner neusten Urban Fantasy Geschichte mit euch teilen. Ich habe die Korrekturen abgeschlossen und werde den Prolog so ins Lektorat geben. Was sagt ihr, wird meine Lektorin Stehhaare kriegen?

 

Der Beginn meines Amazonenbuchs:

“Prolog

15. Januar 2020 in Nordschall, NRW, Deutschland.

19:36 Uhr in der Nähe des Anwesens der Superba Dynastie.

Fabel Sonnenstein spürte die Kälte auf ihrer Haut, aber sie fror nicht. Ihr vor Kraft strotzender Körper schützte sie vor den eisigen Januarwinden, die schon seit Tagen durch das Ruhrgebiet fegten. Sie eilte über den grauen Asphalt der Straßen von Nordschall, war getrieben und wusste doch nicht, wohin sie wollte.
Bleib stehen!, befahl die Stimme, die erst seit wenigen Monaten in ihrem Kopf wohnte.
„Nein“, antwortete Fabel und lief weiter durch die vom kalten Licht der Laternen durchbrochene Dunkelheit der Großstadt. In der Ferne hörte sie die Schnellstraße, vielleicht war eines der Autos mit genug Tempo unterwegs, um sie dieses Mal zu töten.
Geh zurück. Alleine ist es für uns zu gefährlich hier draußen.
Die Stimme klang besorgt, doch das konnte Fabel nicht aufhalten. Sie würde unter keinen Umständen zurückgehen in dieses Haus, in dem sie täglich die bittere Wahrheit schlucken musste, dass sie zu einer Furie gemacht worden war.
Du bringst dich in Gefahr! Kehr um!
Fabel schüttelte den Kopf. Dabei wallten ihre üppigen Locken auf und verliehen ihrem Schatten eine unheimliche Silhouette. Sie hatte schon vor ihrer Wandlung schönes Haar besessen, aber nun fielen ihr die blonden Spiralen in tosenden Wellen über Schultern und Rücken.
Plötzlich ertönten Schritte hinter ihr. Fabel fuhr herum und sah in das zornige Gesicht ihrer Erschafferin.
„Was tust du hier draußen?“
An Superbas Seite tauchten zwei weitere Amazonen auf, die ähnlich wütend aussahen. Fabel musterte diese hübschen Racheengel für einen Moment und schätzte ab, wie viel Spielraum sie noch hatte, bis das Fass überlaufen würde.
„Ich will wissen, was du hier draußen alleine machst?“ Superba Geduldsfaden war kurz davor zu reißen. Fabel erkannt dies an der hervortretenden Ader auf der Stirn ihrer Hani.
Sie entschied, nicht zu antworten, denn Superba war gerade nicht in der richtigen Verfassung, um ihr zu gestehen, dass Fabel nicht mehr bei ihr leben wollte.
Sie wollte sich umdrehen und weiter laufen, doch plötzlich legte sich eine Hand wie eine Schraubzwinge um ihren Arm und hielt sie zurück.
„Wende mir nicht den Rücken zu, Ya Bit“, flüsterte Superba. Ihre Erschafferin klang gefasst, aber die Amazone in Fabel hatte ein feineres Gespür für Superbas Wut und erzitterte unwillkürlich.
Für eine Weile blieben sie alle wie Skulpturen aus Eis in der Winterkälte stehen.
„Ich kann nicht mehr.“ Fabels Atem tanzte seltsam fröhlich durch die eisige Luft.
Ihre Hani blinzelte, Anstrengung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Doch anstatt etwas zu entgegnen, zog sie ihre Tochter an sich. Fabel konnte nicht widerstehen und sank in die Umarmung hinein. Die ältere Amazone strahlte Wärme aus und die Berührung linderte den Schmerz in Fabels Herzen. Sie schlang die Arme um Superbas Taille, legte das Gesicht an ihren weichen Hals, drückte ihre Nase gegen die Haut ihrer mächtigen Hani, atmete ihren betörenden Duft ein und fühlte sich plötzlich befreit.
„So ist es gut“, murmelte Superba, legte ihre Hand unter Fabels Kinn, hob es an und küsste sie auf den Mund.
Fabels Gedanken kamen zum Stillstand, endlich ließ das Ziehen in ihrer Brust nach. Stattdessen machte sich animalische Erregung in ihrem Amazonenkörper breit. Superbas Lippen und Zunge betäubten ihren Selbsthass und schickten kribbelnde Stöße durch sie hindurch. Ihre Beine wurden zittrig vor Lust. In diesem Augenblick verstand Fabel vollends, dass sie kein Mensch mehr war. Sie war nun mit jeder Faser ihres Seins eine Amazone.
„Hani.“ In diesem Wort lag alle Verzweiflung, aller Hass und alle Liebe, die Fabel in diesem Moment empfand. Die Anrede ihrer Erschafferin fiel zwischen ihnen zu Boden wie Laub im Herbst.
„Komm mit nach Hause, Ya Bit“, befahl Superba und nahm sie unter ihren Mantel.
Fabel ließ sich fortbringen. Sie hatte keinen anderen Ort in Nordschall, wo sie hingehen konnte. In der ganzen, riesigen Stadt gab es nur ein Zuhause für eine Kreatur wie sie. Fabels Heim war nun das alte Theater, dessen Fassade langsam zerfiel wie der Rest des Bezirks. Sie grub ihre Finger in den feinen Spitzenstoff, aus dem Superbas Kleid gemacht war. Darunter fühlte sie die schwingende Hüfte ihrer Hani, deren Füße in Highheels sie unaufhaltsam heimwärts steuerten.”

Meine Spannung steigt, wie findet ihr es?

Die dreizehnte Feder – Die Babyschuhe meines Klappentextes

Die dreizehnte Feder - Die Babyschuhe meines Klappentextes

Der Klappentext für mein Amazonenbuch bereitet mir Kopfzerbrechen, seitdem ich den Roman in der Rohfassung fertig geschrieben habe, was immerhin schon zweieinhalb Jahre her ist. Seitdem baue ich den Klappentext monatlich um, zerreiße den Pitch und klebe ihn neu zusammen und befördere das Exposé regelmäßig in die Ablage “P”. Falls das hier irgendjemand liest, den es ebenso quält, diese Dinge für seine Geschichten anzufertigen: Bitte melde dich, dann weiß ich, dass ich nicht alleine bin ;). Jedenfalls ist mittlerweile eine Fassung meines Klappentextes entstanden, die mir beginnt zu gefallen. Sie steckt quasi in den Babyschuhen und lernt gerade laufen. Ich wollte diesen Klappentextstatus mit euch teilen, um hinzufühlen, wie es ist, ihn zu veröffentlichen (hoffentlich markiere ich gleich nicht alles und klicke auf Entfernen …)
Vielleicht findet sich ja sogar der ein oder andere, der mir einen Tipp zu diesem marketingtechnisch äußerst wichtigen Text geben möchte. Ich bin gespannt ☺

Klappentext zu meinem Amazonenbuch, das momentan nur einen Arbeitstitel trägt, der nicht genannt werden darf 😉 :

“Als die Toxikologin Emilia gegen ihren Willen zur Amazone gewandelt wird, erfährt sie, dass ihr Ehemann Dimon der Herr der Skythen ist und eine ganze Armee von Soldaten gegen die Amazonen in den Krieg führt. Während Emilia daraufhin versucht, wieder Mensch zu werden, eröffnet Dimon aber schon die Jagd auf sie. Offensichtlich will er das mit ihr tun, was er mit allen Amazonen macht: Sie töten. Trotz der Skythen auf ihren Fersen beginnt Emilia einen Rachefeldzug gegen die Amazonen, die ihre Liebe zerstörten. Dabei kreuzt der geheimnisvolle Untergrundfürst Lenan ihren Weg. Er ist kampferprobt, furchtlos und hat vom ersten Augenblick an eine unbändige Schwäche für sie. Seite an Seite tauchen sie in die Welt der Amazonen und Skythen ein und müssen alles auf eine Karte setzen – Emilias Herz, das noch menschlich ist.”

 

Ziemlich aufregend, das jetzt hochzuladen. Mich würde brennend interessieren, was dieser Klappentext auslöst, also kommentiert diesen Beitrag oder schreibt mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf.

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Bild (oben): Fotograf Nicole Finger