Adventskalender – Tag 1

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Ho, ho, ho – es weihnachtet sehr.

Der Dezember ist da und ob wir bereit sind oder nicht, bald ist Weihnachten. Das Schöne ist, wir können uns die Tage versüßen, um den Vorweihnachtsstress zu überstehen. Besonders effektiv: Adventskalender.

In diesem Adventskalender für euch findet ihr jeden Tag ein Kapitel aus meinem Buch “Ein Macho als Muse”

Neues Cover Ein Macho als Muse

Ein zuckerstangensüßer Roman über die Liebe auf den letzten Blick.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit Kapitel 1:


 

Kapitel 1

 

Caleigh fühlte sich eingekesselt. Das lag wahrscheinlich daran, dass ihre Chefin Elfriede wie ein hungriger Tiger um sie herumschlich.

„Du willst mir also sagen, du hast weder den Mermaid-Plot noch das Ende des neuen Racer-Bandes geschrieben?“

Caleigh rieb sich die Oberarme, denn die Stimme ihrer Chefin war zwar ruhig, hinterließ aber Eisbeulen. „Es ist nicht so, als hätte ich nicht daran gearbeitet …“ Sie holte tief Luft – wie sie diese Gespräche über ihre ausstehenden Auftragsarbeiten mittlerweile hasste.

„Ich fasse mal zusammen – nur für’s Protokoll, meine Liebe“, schnurrte Elfi und zog ihre Kreise enger um sie. „Seit vier Monaten telefoniere ich den Geschichten schon hinterher, du vertröstest mich mit fadenscheinigen Kommentaren und kommst nun mit vollkommen leeren Händen?“

Angespannt tippte Caleigh mit ihrer Stiefelspitze auf dem Boden herum – was genau sollte diese Diskussion bringen? Geschichten lagen nun einmal nicht irgendwo herum. Einen guten Plot zu kreieren, erforderte Geduld, da halfen auch keine Gruppencoachings oder Zwangsurlaubstage.

Das haben wir ja alles schon durch, dachte Caleigh unglücklich. Dabei war Elfriede vor neun Jahren, als sie zur Hauptplotterin des Verlags gemacht hatte, noch gleicher Überzeugung gewesen, dass man gute Plots nicht erzwingen konnte.

„Lass dir eins gesagt sein, Caleigh“, wisperte ihre Chefin nun und kam ihr ganz nah, als wolle sie für die anstehende Jagd Witterung aufnehmen. „Ich habe dieses Unternehmen nicht zu seiner Blüte geführt, indem ich mich zum Narren halten ließ.“

„Das weiß ich“, gab Caleigh eindringlich zurück.

„Dann tu, wofür ich dich bezahle: Denk dir Geschichten für unsere Hausautoren aus, schreib sie auf, schick sie mir und denk dir weitere Geschichten aus.“

Caleigh drehte sich zu Elfriede um; sie ertrug es nicht mehr, den Feind im Rücken zu haben.

Elfi lächelte sie bittersüß an. „Mein Rat: Lass dich endlich von der Muse küssen und fang wieder an, zu plotten. Es ist mir vollkommen egal, wie du dein Genie zurückgewinnst … lass dich richtig gehen, nimm Kontakt zu Aliens auf, heirate, lass dich anschießen … Vollkommen egal. Ansonsten übernehme ich das Ruder – und dann tanzt du nach meiner Pfeife.“

 

 

 

Zwei Monate später.

 

Angenehme Kühle kletterte an Caleighs Beinen hinauf, während sie ihren Wagen über die Gebirgsautobahn steuerte. Der Tag hatte sehr warm begonnen, doch seitdem sie die hochgelegenen Bereiche der Strecke hinunter in die Südpfalz erreicht hatte, fiel das Thermometer ihres Autos stetig ab. Es war wenig los auf den Straßen, aber als sie nun den Hunsrück hinabfuhr, nahm sie den Fuß vom Gas. Eigentlich liebte Caleigh es, ihren Nissan auszufahren, aber jetzt war sie dafür viel zu unkonzentriert.

Was hat Elfi nur mit mir vor?

Seit Monaten hatte sich das Verhältnis zu ihrer Chefin Stück für Stück verschlechtert. Zu Beginn ihres gemeinsamen Weges waren sie einander nicht von der Seite gewichen, hatten nach der Arbeitszeit sogar noch die Abendstunden zusammen verbracht, um zu essen und Pläne für den Verlag zu schmieden. Aber daran war nun nicht mehr zu denken. Der Abstand zwischen Elfriede und ihr war mit den Jahren groß und größer geworden, die Momente, in denen sich die Blicke trafen kürzer, die Bande, die sie hielten, dünner. Caleigh überlegte: Wann habe ich Elfi zuletzt richtig angeschaut?

Mittlerweile war es so kompliziert zwischen ihnen. Enttäuschte Erwartungen auf beiden Seiten. Misstrauen.

Langsam wurde das Gelände neben der Autobahn flacher und die eingebaute Navigation leitete sie auf die A65. Die Felder, die vorbeiflogen, wurden weiter, die Greifvögel auf den Zäunen häufiger, die Farben satter.

Zuerst merkte Caleigh es nicht, aber gerade als sie Richtung Landau Süd von der Autobahn abfuhr, wurde ihr das Gefühl von unerwarteter Sicherheit bewusst. Langsam ließ sie den Blick schweifen. Kilometer weit zogen sich die Weinberge über die hügelige Landschaft. Geordnet, in Reih und Glied standen die knorrigen Reben da und trugen fleißig ihre Früchte. Die Gänge zwischen den Pflanzen taten sich in klarer Linie auf und schlossen sich wieder, wenn der Augenblick vorbei war. Wie lange Tunnel wirkten diese Pfade auf Caleigh, an deren Ende wohl Unergründliches wartete. Und so, wie sich die Wege der Weinberge vor ihr öffneten, so schwang auch in ihrem Kopf eine Pforte auf. Ein Schaudern überkam Caleigh und mit einer Entschlossenheit, die ihr früher immer gehört hatte, atmete sie die viele Wochen alte Beklemmung fort von ihrer Brust. Elfriede hatte vielleicht Schreckliches mit ihr vor, aber sie würde sich nicht kampflos geschlagen geben. Niemals.

 

Caleigh sah sich aufmerksam an diesem friedliebenden Ort um. Das schöne Innenstädtchen des pfälzischen Kurortes war belebt, ein kleiner Markt war für den heutigen Feiertag vor der Kirche aufgebaut worden und ein Chor junger Frauen sang für die anwesenden Kinder Rolf-Zukowski-Lieder, die etwas tief in Caleigh anrührten.

„Ein toller Ort“, sagte sie mehr zu sich selbst. „So lebendig …“

Aber Elfriede antwortete gleich mit ihrer typisch durchdringenden Stimme: „Bad Bergzabern hält sich wacker. Hast du dein Gepäck dabei?“

„Ja“, antwortete Caleigh. „Ich habe es im Auto. Sagst du mir jetzt, was ansteht?“

Elfriede lachte nur.

„Ehrlich, Elfi, du musst mir jet–“

„Meine liebe Caleigh“, schnitt sie ihr das Wort ab, „du bist am Ende meiner Geduld angekommen. Und ich gebe dir nun einen letzten Rat: Fordere dein Glück nicht noch weiter heraus.“

In Caleighs Kopf huschten die Gedanken plötzlich sehr aufgeregt hin und her: „Willst du mich feuern?“

„Sagen wir mal so: Du holst jetzt dein Gepäck, steigst in das Taxi, das ich dir gerufen habe, und lässt dich dahin fahren, wo ich dich für dieses Wochenende haben will.“

„Ansonsten feuerst du mich?“

Elfi antwortete nicht, sondern machte mit der Hand nur eine fordernde Geste. „Gib mir deine Autoschlüssel. Ich fahre deinen Wagen zurück ins Ruhrgebiet.“

Caleigh schluckte, ihr Nissan 350Z war zwar ein Firmenwagen, aber sie liebte ihn dennoch heiß und innig. „Wenigstens darf ich mein Handy behalten“, flüsterte sie und trank den letzten Schluck ihres Latte Macchiatos aus.

 

Caleigh machte auf ihren hochhackigen Stiefeln einen Schritt zur Seite und schlug die Tür des Taxis hinter sich zu.

„Das kann doch nicht dein Ernst sein …“, murmelte sie und starrte zu dem alten Gutshaus hinauf, das sich aus einer hügeligen Landschaft, in der es nichts als grüne Weinberge gab, erhob.

Sie hatte gedacht, Elfi mache einen Witz, als sie ihr kurz vor Abfahrt des Taxis offenbart hatte, dass ihre Reise sie mitten ins Niemandsland an die Grenze zum Pfälzer Wald führen würde.

„Wie soll ich unsere Probleme lösen, wenn du mich ganz aus dem Rennen nimmst?!“, hatte sie ihre Chefin gefragt.

„Wir haben lange genug herumgedoktert“, entgegnete Elfriede nur und gab dem Taxifahrer das Zeichen, loszufahren.

„Elfi!“, Caleigh lehnte sich mit flehendem Blick aus dem Fenster des beigefarbenen Mercedes. „Schieb mich nicht aufs Abstellgleis!“

Der Blick ihrer Vorgesetzten blieb hart.

„Elfi! Versprich mir, dass das nicht wieder eins dieser sinnlosen Seminare ist!“

Ein Lächeln breitete sich auf Elfriedes Gesicht aus. „An diesem Seminar ist nichts normal. Vertrau mir!“ Sie klopfte auf das Dach des Taxis und ließ ihre ungläubig dreinblickende Angestellte davonfahren.

Jetzt stand Caleigh auf diesem Hügel, der sich am Ende eines endlosen Schotterwegs erhob und das Zuhause eines alten Gutshauses, klar geordneter Weinberge und dem Anfang des Pfälzer Waldes war.

Kurzum: Hier – an diesem ruhigen, idyllischen Ort – würde Caleigh verrückt werden. Elfriede hatte sie ins Schachmatt gezogen. Ohne ihre Arbeitsplätze, ohne ihre Schreibbücher und vor allem ohne ihre Highspeed-Internet, wie sollte sie da wieder Fuß fassen?

„Wie kann sie mir das antun?“, flüsterte Caleigh und hasste Elfriede in diesem Augenblick mehr als an dem Tag, an dem ihre Chefin entschieden hatte, ihr in den Rücken zu fallen.

Caleigh stapfte zornig über die kleinen Kieselsteine des Parkplatzes hinweg, öffnete den Kofferraum und zog ihre Reisetasche hervor. Elfriede hätte sich keine schlimmere Folter für sie ausdenken können: Irgendwo im Nirgendwo ein verlängertes Wochenende lang auf einem sinnbefreiten Seminar gefangen sein.

„Und sie sind sicher, dass ich hier richtig bin?“

„Das ist das einzige Weingut Lichtberg in der Pfalz, Liebes.“ Der alte Taxifahrer war hinter dem Steuer sitzen geblieben – er hatte es mit dem Kreuz.

„Na, dann …“ Sie seufzte leise, ehe sie sich auf den Weg machte. „Vielen Dank und gute Besserung für den Rücken.“

Der Pfälzer nickte ihr zu, schob sich die Brille auf der runden Nase zurecht und ließ sein Auto langsam davonrollen.

„Adieu.“ Traurig schaute sie ihm noch einen Augenblick lang nach. Da fuhr ihre letzte Möglichkeit der Flucht davon.

Caleigh graute es wirklich vor den nächsten Tagen, aber jammern half ihr an diesem Punkt nicht weiter: So oder so musste sie ihre Reisetasche den Weg zum Landhaus hinauftragen.

Doch gerade als sie den Pfad zu dem Efeu bewachsenen Anwesen begann, traf sie ein noch grauenvollerer Gedanke wie der Blitz: Sie zog ihr Smartphone aus der Hosentasche und gab schließlich einen erstickten Schrei von sich.

Kein Empfang!

„Bitte nicht!“

Hektisch zog sie mit dem Daumen die Infoleiste herunter. Kein Netz, kein Internet. Spätestens in diesem Moment wurde dieses Funkloch zu Caleighs persönlicher Hölle. Sie brauchte die Fähigkeit über weite Strecken zu kommunizieren wie ein Fisch das Wasser – wie sollte sie hier ihren Blog betreuen, ihre Seiten und Fan-Kontakte pflegen oder ihre beste Freundin Jenna erreichen?

Ein besorgter Blick zu dem alten Anwesen hinauf, bestärkte sie in der Angst, dass dort oben hinter den dicken Mauern aus hellrotem Pfälzer Sandstein sicher auch kein WLAN auf sie wartete.

„Bitte, lieber Gott, erbarme dich“, flüsterte sie, als sie Elfis Nummer wählte. „Bitte, bitte, bitte …“

Das ausbleibende Anruf-Tuten ließ einen Kloß in ihrem Hals entstehen, der sie zum Japsen brachte. Sie brauchte schnell Gewissheit und rannte förmlich zum Seminarhotel hinauf, um an der Rezeption Auskunft darüber zu bekommen, ob man hier wirklich derart abgeschnitten vom Rest der Welt war, wie es ihr in diesem Moment vorkam.

Kühle, frische Luft empfing sie, als sie in die Eingangshalle des Gutshauses hineinkam. Doch weder die wunderschönen, hohen Decken noch die ausgewählte Kunst an den Wänden fielen Caleigh auf – alles, was sie bemerkte, war die Stille. Das riesige Haus war erfüllt von absoluter Geräuschlosigkeit. Beklommen erschauerte sie. Hatte Elfi etwa nach einem Seminar gesucht, das sie um den Verstand bringen sollte?

„Hier werden sich sicher keine Blockaden lösen!“, fauchte Caleigh eine Winzerin aus Stein an, die in der Mitte der Eingangshalle auf einem Sockel stand und von Stolz erfüllt eine Rebe in die Höhe hielt.

An der Rezeption herrschte wie im Foyer zuvor gähnende Leere.

„Bin ich die einzige Teilnehmerin dieses verdammten Workshops?“

Elfi war alles zuzutrauen … Sie benutzt die kleine Klingel, die auf dem Tresen der Rezeption stand und wartete.

Als sich jedoch nach dreimaligem Betätigen immer noch nichts rührte, zückte Caleigh ihr Handy erneut und schickte den ersten Hilferuf des Tages hinaus:

 

Bitte, Elfi, lass mich nach Hause kommen. Ich verspreche auch, im Büro zu arbeiten! Meld dich – dieser Ort ist Warnung genug gewesen!

 

Die Meldung ‚Senden fehlgeschlagen‘ presste ihren Magen zusammen.

Jetzt nur nicht würgen, dachte sie. „Du findest einen Weg hinaus“, sprach sie sich selbst Mut zu und traf dann den Entschluss, die abhandengekommene Rezeptionistin suchen zu gehen. Ihr Gepäck konnte sie sicherlich einen Moment lang an diesem völlig verlassenen Ort stehen lassen.

Caleigh eilte durch die kunstbefüllten Gänge des Anwesens, bis sie irgendwann seltsame Geräusche vernahm. Entweder hatte da jemand wilden Sex oder eine Herde grunzender Wildschweine hatte sich in das Gutshaus verirrt. Schwungvoll stieß sie eine Tür auf, über der ein Schild mit der Aufschrift ‚Frühstück‘ prangte und trat in einen Essenssaal hinein, der von Alkoholgeruch geschwängert war.

Eine Gruppe von taumelnden Männern stand vor einem winzigen, altersschwachen Röhrenfernseher, der unter der Decke hing und krisselig ein Fußball Spiel zeigte. Leere Weinflaschen standen auf der Fensterbank und den Frühstückstischen und einige der Jungs hielten bereits neuen Wein in der Hand.

Gerade schien ein Spieler eine unsichtbare Linie passiert zu haben, denn plötzlich gaben die Männer wieder dieses urtümliche Grölen von sich, das Caleigh nur von brunftigen Hirschen kannte.

„Entschuldigung!“, rief sie gegen den Alkohol in der Luft und den quäkenden Röhrenfernseher an.

Keine Reaktion.

„Hey!“ Sie ging einen Schritt in den Frühstückssaal hinein. „Hallo!“

Einer der Jungs im Brunftrausch drehte sich zu ihr um: Ein blonder Lockenkopf mit strahlendem Lächeln. Er prostete ihr zu. „Hallo, hübsche Maid.“

Ah, ein Spaßvogel …, dachte Caleigh und fand sein filmreifes Lächeln spontan sympathisch.

Die betrunkene Art und Weise, mit der der Lockenkopf sie nun jedoch musterte, gefiel ihr überhaupt nicht. Da half ihm auch nicht weiter, dass Caleigh unter dem leichten, weißen Sommershirt muskulöse Arme und eine trainierte Brust erkannte. Trotzdem kam sie nicht umhin, die lässige Jeans, die dem Typen auf den schmalen Hüften gut stand, und die geschmackvollen Leder-Boots zu registrieren. Gegen Trunkenheit am Nachmittag hatte sie nicht generell etwas einzuwenden – immerhin hatte sie einige der besten Karnevalsgelage mit Jenna zusammen schon vormittags begonnen – aber gegen Typen, die sie derart selbstgefällig abscannten, hatte sie schon eine instinktive Abneigung …

„Ich will einchecken!“, rief sie dem Lockenkopf zu, der daraufhin noch erfreuter lächelte.

„Aber sicher, meine Schöne. Kannst gerne in mein Zimmer einchecken.“

Caleigh schenkte ihm eine ablehnende Grimasse. „Nein, danke. Ich will nur die Rezeptionistin.“

„Die ist auch hier“, meinte der blonde Schönling nun und tippte einem Kumpanen auf die Schulter, der wie der Rest der Meute immer noch gebannt auf den Bildschirm starrte. „He, Benny, da ist jemand für dich.“

Das hatte Caleigh gerade noch gefehlt. Benny schien sein Job nicht ganz so wichtig zu sein, denn als er sich umdrehte, schielte er sie sturzbetrunken aus schmalen Augen an. Was hatten die Typen hier getrieben? Und vor allem wie lange schon?

Caleigh marschierte zur Rezeption zurück. Sollte dieser Benny mal schön die Beine in die Hand nehmen, um ihr hinterher zu kommen.


 

Morgen treffen wir uns dann im zweiten Kapitel wieder.

Ich drücke euch und wünsche euch einen tollen 1. Advent.

 

Eure Lara

47. Feder – Macho-Leserunde: Ein Erfahrungsbericht

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Mein Liebesroman, “Ein Macho als Muse”, ist jetzt offiziell raus aus den Kinderschuhen. Er hat seine ersten Blessuren bekommen, seine ersten Küsse, seine große Prüfung bestanden – mit 4 von 5 Sternen.

Für eine Leserin war der erste Teil meiner “Pfälzischen Liebe”-Reihe ein Totalausfall. Für 3 Leserinnen hatte er volle-Punktzahl-Potential und 5 Lovelybookerinnen gaben solide 4 Sterne. Eine E-Book-Gewinnerin, hat sich gar nicht mehr gemeldet, sodass ich jetzt mal nachgefragt habe, ob bei ihr alles in Ordnung ist.

Die Rezensionen reichten von kurz und knackig, bis ausführlich und bis ins Detail durchdacht. Eine Rezension half mir sehr (!), eine Rezension ließ mich leider nur mit Fragezeichen zurück.

Mein Fazit: Lohnt sich lovelybooks oder ist es nur ein Bücherverschenken 2.0?

Zunächst einmal: Mir hat die Leserunde viel Spaß bereitet. Ich spreche gerne mit anderen Bücherwürmern, und besonders gerne natürlich über Zeilen, die aus meinen Federchen stammen. Daher schon mal ein Pluspunkt. Was mir nicht so gut gelungen ist: Alle Leserinnen hatten ein extrem unterschiedliches Tempo, sodass kein Dialog zwischen den Teilnehmerinnen entstanden ist, sondern nur zwischen den Leserinnen und mir. Teilweise nahmen sie Bezug aufeinander, aber das eher selten. Das würde ich versuchen mit einem Zeitplan bei der nächsten Leserunde zu ändern. Toll war, dass man unheimlich schnell ein Stimmungsbild bekommt. Das half mir sehr, um die Wirkung meiner Geschichte und der Figuren im Speziellen besser nachvollziehen zu können, und für nächste Romane ist dieses Feedback schon tief in mich hinein gesickert. Was mich an lovelybooks stört, ist die doch sehr indirekte Kommunikation, alles geht einen langsamen Gang und die Reaktionszeiten sind bei allen einfach recht hoch, wenn man Facebook-Chats gewöhnt ist, die immer und überall bei jedem aufplöppen und zur Antwort einladen. Aber vielleicht ist das etwas, was man auch mal wieder zu schätzen wissen sollte. Wer weiß.

Schön finde ich immer, wenn Begegnungen auch länger in die Zukunft strahlen. Ich habe mit einigen Leserinnen auch über andere Social Media Kanäle nun Kontakt gefunden, aber auch das wird von lovelybooks nicht gerade begünstigt. Aber: Wer suchet, der findet.

Insgesamt gebe auch ich dieser Leserunde 4 von 5 Sternen – ach, auch mal schön etwas zu bewerten 😀

 

Auch wenn’s schwer ist, nehmt’s federleicht.

❤ Lara

44. Feder – Amazonen-Zeilen

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Liebe Federleser,

heute ein kleines Gedichtchen, das ich für die Titelseiten meiner Amazonen-Romane geschrieben habe:

Die Amazone

Vayas Kind, Erbin von Göttlichkeit,

trägt wallende Feindschaft im Blut,

stiehlt Efesans Reitern Lebenszeit,

denn Mutters Rose gibt ihr Mut.

Die Haut aus Perlmutt so glühend stark,

doch nur durch seinen Tod gefeit:

Dringt ihre Kraft dem Skythen ins Mark,

ruft ihr Gift zur letzten Ewigkeit.

Lara Kalenborn

Anfangs dachte ich daran, das Amazonen-Gedicht von Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) einzufügen, aber die Pointe seines Textes entspricht nicht ganz dem, was ich mit meinen starken Kriegerinnen ausdrücken wollte.

Hier seine Zeilen:

Die Amazone

Aus ihren Augen lacht die Freude,

Auf ihren Lippen blüht die Lust,

Und unterm Amazonenkleide

Hebt Mut und Stolz und Drang die Brust.

Doch unter Locken, welche fliegen

Um ihrer Schultern Elfenbein,

Verriet ein Seitenblick beim Siegen

Den schönen Wunsch, besiegt zu sein.

Jakob Michael Reinhold Lenz

Am 17.1. ist es soweit und ich kann endlich Emilias Geschichte mit euch teilen. Zunächst erscheint “Emilias Gift” als E-Book, aber auch im Print werde ich meine Amazonen so schnell wie möglich fit machen.

Bleibt federig ❤

 

 

Die 42. Feder – Cover up

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt und Laras Federn stehen in Flammen. Zumindest fühlt es sich so, als säße ich auf glühendheißen Kohlen. Die Veröffentlichung meines ersten Amazonen-Romans rückt immer näher und ich will den ersten Advent nutzen, um ein Türchen zu öffnen, hinter dem sich das Cover des ersten “Vayas Töchter”-Bandes verbirgt.

“Emilias Gift” wird in diesem Kleide das Licht der Welt erblicken:

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Dieses Cover macht mich bei jedem Treffen sehr glücklich, denn es enthält all die Anmut der Hauptfigur Emilia, als den Schmerz ihres Mannes Dimon, das Gift der Gifte, die Amazonennatur, die Ruhrgebietskulisse.

Und so ist das Cover entstanden:

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Zuerst hat die einmalige Franziska Wenzel mir meine Figuren aus dem Kopf und dem Herzen hinausgezeichnet.

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Dann hat sie die Charaktere in der passenden Ruhrpott-Kulisse zum Leben erweckt.

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Und schließlich hat sie die Aquarell-Pinsel geschwungen, um meiner Urban-Fantasy-Reihe schaurig und düster gerecht zu werden.

Ich bin federleicht glücklich.

Schaut am besten direkt bei Franziska vorbei. Ihr “Über mich” ist einfach lesenswert: http://www.cuiascamh.de/Cuiascamh/About.html

Und zum Cover Design noch ein paar liebevolle Worte für Annika Lewin: Die Blutstropfen und das “Vayas Töchter”-Logo sind meine persönlichen Highlights ihrer Arbeit. Danke Annika! Und auch hier lohnt sich der Blick auf die Website, denn Annika ist im wahren Leben genauso sympathisch, wie sie auf ihrem Header-Bild wirkt. Hier entlang bitte: http://annika-lewin.de/

 

So, ihr Lieben, hüllt euch in kunterbunte Federn und genießt die Vorweihnachtszeit.

 

Die 39. Feder – Das Spiegelbild deiner Figuren

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“Aber wenn ihr nicht versteht, dass eine Geschichte aus den Figuren besteht (…), dann könnt ihr selbst dem genialsten Einfall kein Leben einhauchen”, schreibt Elizabeth George im ersten Kapitel ihres Schreibratgebers “Wort für Wort” (2004, 16).
Meine Bücher geraten mir im ersten Entwurf oft sehr plotlastig. Ich muss die Figuren erst noch anfüttern, bis sie als kleine Individuen über die Seiten huschen und mir und der Geschichte lachend ein Beinchen stellen, indem sie machen, was sie selbst wollen.
Ich habe mir mit der Zeit einen Figurenspiegel zusammengebastelt, der mir bei diesem Anfüttern der kleinen Biester behilflich ist. Und da ich bei allen Fragen mit großer Zuverlässigkeit eine Antwort im Internet auf anderen Blogs, auf Pinterest oder in Online-Lexika finde, möchte ich nun ebenfalls etwas beisteuern. Vielleicht hilft euch meine Art, die Figuren meiner Bücher zu portraitieren. Vielleicht gebt ihr mir sogar Feedback, was noch fehlt und euch beim Seele-Einhauchen bei euren Charakteren behilflich ist.
Jetzt ans Eingemachte: Als Beispiel für meine Figurenspiegel die Eigenschaftenliste für Frauen:
——————————————————————

Name:              

Spitzname:

Alter:

Geburtstag:   

Sternzeichen:

Erste Nennung:

Nationalität:

Aura:

Attribut:

 

1.     Körper:

Größe:                        Gewicht:

Haut:

Statur:

Muskeldefinition:

Körpermaße:

Geruch:

Gang:

Haltung:

Gestik:

2.     Hände:

Finger:

Nägel:

3.     Haar:

Farbe:

Beschaffenheit:

Frisur:

 

Hobbys:

 

 

Angewohnheit:

 

 

Energielevel:                  IQ:

Reaktion auf Stress:

 

Aufmerksamkeit:

 

Lebensfokus:

 

Lebenswunsch:

Grundlegender Wesenszug:

Charakter:

 

 

 

 

 

 

 

 

4.     Augenbrauen:

Farbe:

Dicke:                     Dichte:

5.     Wimpern

Farbe:                     Länge:                   Dichte:

6.     Gesicht:

Teint:

Sommersprossen:

Schönheitsflecke:

Kopfform:

Ohren:

Augenfarbe:

Augenform:

Nase:

Mimik:

7.     Mund:

Lippen:

Zähne:

Stimme:

Ausdruck:

8.     Makeup:

Lidschatten:                         Eyeliner:

Rouge:                                 Lippenstift:

 

1 Geselligkeit:

2 Emotionale Stabilität:

3 Offenheit für Ehrfahrungen:

4 Gewissenhaftigkeit:

5 Umgänglichkeit:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rätselhafter Zug:

 

 

Besonderheiten:

 

 

 

 

9.     Kleidung:

Alltag:

 

Abend:

Schlafanzug:

Sport:

Baden:

Schuhe:

Accessoires:

 

10.  Favoriten:

Essen:

Trinken:

Musik:

Literatur:

Farbe:

Tier:

Phobien:

 

 

11.   Sonstiges:

Politische Einstellung:

Ausbildung:

Beruf:

Geschichte:

——————————————————

Qualvoll ist es leider manchmal, diese Tabelle für jede Hauptfigur anzufertigen, aber wenn es einmal geschafft ist, dann erhebt sich die Figur ganz von alleine von ihren vier Buchstaben, geht auf die anderen Buch-Insassen zu und zettelt die nächste Revolte an, um sich und ihrem individuellen Charakter Ausdruck zu verleihen.

Ich freue mich, von euch zu hören 🙂

Fühlt euch federleicht.

Quellen:
George, Elizabeth (2004): Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben. Deutsche Erstausgabe, Goldmann Verlag, München.

Die 38. Feder – Das geheimnisvolle DIY

Anfangs habe ich gerätselt, was es bedeuten könnte. Bei Pinterest etwa begegnete es mir ununterbrochen:

DIY

Mein Ehrgeiz war unterbewusst geweckt, es zu erraten, anstatt es zu googlen und irgendwann kam auch ich endlich drauf:

Do It Yourself

So einfach und doch so weltbewegend, denn eigentlich kann man ja – fast – alles selbst machen. Da ich den heutigen Abend nicht mit dem Korrigieren meiner Amazonenromane bzw. mit “Der Hundeflüsterer” (Staffel 4 …) gucken verbracht habe, sondern etwas im Spirit des DIY gemacht habe, wollte ich euch das Ergebnis zeigen. Vielleicht kann ich so den Flow weitertragen, der einen unweigerlich packt, da das ganze Worldwideweb nur so davon wimmelt, wie man mit ein paar beherzten Schnitten mit der Stichsäge eine alte Palette in ein wunderschönes Wandregal verwandeln kann, aus alten Hemden putzige Kleider schneidert oder mit Hammer, Nägeln und ein bisschen Garn ganze Kunstwerke erschaffen kann.

Anlass des Schnipselns, Klebens und Kritzelns ist der Geburtstag meiner Tante, übrigens eine Frau, die selbst ziemlich DIY ist. Sie baut diese beeindruckenden Paletten-Dinge, bringt Spülbecken im Badezimmer an, fliest Wände und zaubert wundervolle Filz-Schönheiten (die Lichterkette auf den Fotos ist zum Beispiel von ihr).

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Wenn ihr zufällig auch gerade ein DIY-Zucken verspürt, lasst es mich wissen, oder noch besser, schickt mir doch gleich Fotos von euren Werken.

In diesem Sinne – do it yourself!

P.S.: Zu meiner DIY-Pinnwand bitte hier entlang: http://www.pinterest.com/larakalenborn/do-it-yourself/ 😉

Die 32. Feder – 200fache Begeisterung

Oh, ich hab’s gerade entdeckt. Meine Autorenseite bei Facebook wurde 200 Mal mit einem Like ausgestattet. Ich freu mich wie ein Schneekönig.

200 Likes

200 Mal Danke ❤

Die dreizehnte Feder – Die Babyschuhe meines Klappentextes

Die dreizehnte Feder - Die Babyschuhe meines Klappentextes

Der Klappentext für mein Amazonenbuch bereitet mir Kopfzerbrechen, seitdem ich den Roman in der Rohfassung fertig geschrieben habe, was immerhin schon zweieinhalb Jahre her ist. Seitdem baue ich den Klappentext monatlich um, zerreiße den Pitch und klebe ihn neu zusammen und befördere das Exposé regelmäßig in die Ablage “P”. Falls das hier irgendjemand liest, den es ebenso quält, diese Dinge für seine Geschichten anzufertigen: Bitte melde dich, dann weiß ich, dass ich nicht alleine bin ;). Jedenfalls ist mittlerweile eine Fassung meines Klappentextes entstanden, die mir beginnt zu gefallen. Sie steckt quasi in den Babyschuhen und lernt gerade laufen. Ich wollte diesen Klappentextstatus mit euch teilen, um hinzufühlen, wie es ist, ihn zu veröffentlichen (hoffentlich markiere ich gleich nicht alles und klicke auf Entfernen …)
Vielleicht findet sich ja sogar der ein oder andere, der mir einen Tipp zu diesem marketingtechnisch äußerst wichtigen Text geben möchte. Ich bin gespannt ☺

Klappentext zu meinem Amazonenbuch, das momentan nur einen Arbeitstitel trägt, der nicht genannt werden darf 😉 :

“Als die Toxikologin Emilia gegen ihren Willen zur Amazone gewandelt wird, erfährt sie, dass ihr Ehemann Dimon der Herr der Skythen ist und eine ganze Armee von Soldaten gegen die Amazonen in den Krieg führt. Während Emilia daraufhin versucht, wieder Mensch zu werden, eröffnet Dimon aber schon die Jagd auf sie. Offensichtlich will er das mit ihr tun, was er mit allen Amazonen macht: Sie töten. Trotz der Skythen auf ihren Fersen beginnt Emilia einen Rachefeldzug gegen die Amazonen, die ihre Liebe zerstörten. Dabei kreuzt der geheimnisvolle Untergrundfürst Lenan ihren Weg. Er ist kampferprobt, furchtlos und hat vom ersten Augenblick an eine unbändige Schwäche für sie. Seite an Seite tauchen sie in die Welt der Amazonen und Skythen ein und müssen alles auf eine Karte setzen – Emilias Herz, das noch menschlich ist.”

 

Ziemlich aufregend, das jetzt hochzuladen. Mich würde brennend interessieren, was dieser Klappentext auslöst, also kommentiert diesen Beitrag oder schreibt mir eine Nachricht. Ich freue mich darauf.

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Bild (oben): Fotograf Nicole Finger